„Die gewohnte Ordnung ist perdü“
06. Oktober 2026Mit diesem Satz fasste Dr. Christoph von Marschall zusammen, wie stark sich die Weltlage verschoben hat. Der Diplomatische Korrespondent des Berliner „Tagesspiegel” war am 6. Oktober 2026 zu Gast beim Club zu Bremen im Haus Schütting.
In kommunikativer Tischrunde verfolgten rund 70 Mitglieder den Vortrag. Die Vorsitzende des Vorstands, Frau Dr. Claudia Nottbusch, übernahm die Begrüßung und stellte den Referenten vor. Dr. von Marschall ist Autor mehrerer Bücher und wurde für seine Berichterstattung mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschien sein Buch „Der Schwarze Dienstag”.
Aus seiner Zeit als USA-Korrespondent, in der er jahrelang selbst in den Vereinigten Staaten lebte, warf er einen Blick von außen auf Deutschland, auf Polen und auf die USA. Zunächst zog er eine Zwischenbilanz der zweiten Amtszeit von Donald Trump und erklärte, wo das amerikanische System standhält. Anschließend analysierte er die Stimmungslage vor den Midterms, erläuterte das Wahlsystem und gab einen Ausblick auf die USA nach Trump.
Deutlich ernster wurde es beim Blick auf Europa. Nach der Ukraine, so von Marschall, drohe ein noch größerer Krieg, und die Baltischen Staaten rückten in den Fokus. Eine Verteidigung dieser Länder sei schwierig. Auf einer Sommerreise durch das Baltikum hatte er sich selbst ein Bild gemacht.
Bei aller Sorge machte er aber auch Mut: Deutschland könne Krise. Nötig sei eine mentale Zeitenwende, denn die Welt sei nun einmal, wie sie ist. Im Anschluss tauschten sich die Mitglieder rege aus und stellten viele Detailfragen, vor allem zur Haltung der USA.
Der Club zu Bremen dankt Dr. von Marschall herzlich für einen eindrucksvollen Abend und allen Mitgliedern für die engagierte Diskussion.
Fotos: Jörg Sarbach











